
Als erster Preisträger des Ernst Franz Vogelmann-Preises für Skulptur, genannt zu Ehren des 2003 verstorbenen Heilbronner Unternehmers und Kunstmäzens, wurde der Schweizer Bildhauer Roman Signer in Heilbronn für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Am 1. April 2008 übergaben Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach und Ruth Reinwald, Vorsitzende der Ernst Franz Vogelmann-Stiftung, dem Künstler den Skulpturenpreis im Heilbronner Rathaus. Der mit einer Summe von 25.000 Euro dotierte Preis gehört in die Spitzengruppe der gegenwärtigen Kunstpreise für zeitgenössische Skulptur. Aus einer Vorschlagsliste von 27 Künstlern wählte eine fünfköpfige Jury (Prof. Dr. Thomas Deecke / Berlin, Dr. Marc Gundel / Heilbronn, Prof. Albert Hien / München, Dr. Susanne Kaufmann / Stuttgart, Prof. Dr. Manfred Schneckenburger / Köln) den 1938 in Appenzell geborenen Roman Signer. Mit Signer wird ein Künstler gewürdigt, der innerhalb der zeitgenössischen Skulptur Zeichen gesetzt hat und zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern in Europa gehört.

Roman Signer arbeitet mit seinem eigenwilligen künstlerischen Werk seit den 1970er Jahren an einer Neudefinition des Skulpturbegriffs: Signer versteht sich durchaus als Bildhauer, seine Aktionen bezeichnet er als "Zeitskulpturen" und "Ereignisse". An die Stelle klassischer skulpturaler Materialien treten in seinem Werk Elemente wie Wasser, Wind und Luft, die gezielt Verwandlungsvorgängen ausgesetzt werden. Roman Signer: "Ich habe vielleicht einen anderen Skulpturenbegriff, der sich allmählich in Aktionen entwickelt ... Es geht um Probleme im Raum, das Geschehen im Raum, Zeitabläufe." Das Resultat sind oft vergängliche Arbeiten, dokumentiert in Foto, Film und Video. Signers bildhauerische Werke sind im besten Sinn des Wortes populär und von nachhaltigem Witz. So darf man das Datum der Preisverleihung, den 1. April, auch als passende Anspielung auf den Humor in seinen Arbeiten sehen .
Ausstellung "Roman Signer - Alles im Fluss", Städtische Museen Heilbronn, 8.11.2008 - 22.2.2009.

Franz Erhard Walther, Schreitblock,1967, Foto: Arno Uth, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010.
Franz Erhard Walther ist der zweite Preisträger, der den mit 25.000 Euro dotierten Ernst Franz Vogelmann Preises für Skulptur erhält. Der 1939 in Fulda geborene Künstler wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Walther bricht den tradierten Begriff von Skulptur auf, erweitert diesen und formuliert ihn neu: Sein zwischen 1963 und 1969 realisierter, sogenannter "1. Werksatz" ist ein Schlüsselwerk der deutschen Konzeptkunst. Mit seinen in der Folgezeit entstandenen Arbeiten entwickelt Walther in immer neuen Anläufen und Kombinationen die Begrifflichkeit von Skulptur weiter. Parallel dazu leitete der Künstler drei Jahrzehnte die Bildhauerklasse an der Kunstakademie Hamburg, woraus so unterschiedlich aktionistisch agierende Künstler wie Santiago Sierra, Jonathan Meese, John Bock oder Christian Jankowski hervorgingen.
Der Preisverleihung im April 2011 folgt im September [11.9.2011 - 22.11.2011] eine Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann.