Ernst Franz Vogelmann (1915-2003)

Ernst Franz Vogelmann
„Millionen bittere Tränen heute, und über Tränen millionenfaches Leiden und Sterben geht des Lebens Lauf weiter. Wir Deutschen werden zu neuer Kraft finden, das Vergangene zu löschen und mit der Erfahrung zweier verlorenen Weltkriege, die verloren gehen mussten, die Zügel der Zukunft fest in die Hand nehmen!“

Ernst Franz Vogelmann schrieb dies am Tag der deutschen Kapitulation in sein Tagebuch. Optimistische Einstellung in schwierigen, aussichtslos erscheinenden Situationen, den Blick in die Zukunft gerichtet, kennzeichnete seine lebensbegleitende Haltung.

1915 in Heilbronn geboren, wuchs er in den Wirren des Ersten Weltkrieges auf. Gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat nach Frankreich, später nach Russland einberufen, wo er aus russischer Gefangenschaft 1946 nach Heilbronn heimkehrte. Für den Aufbau der väterlichen Firma, die auf dem Nullpunkt angekommen war, setzte er seine ganze Kraft und sein unternehmerisches Können ein. Trotz seines anstrengenden beruflichen Alltags legte er großen Wert auf Weiterbildung. Fachliches Wissen und Allgemeinbildung standen im Vordergrund seines Wissensdurstes.

Zielstrebigkeit, Fleiß und nie versiegende Disziplin waren lebensbegleitende Merkmale von Ernst Franz Vogelmann. Mit großem Erfolg entwickelte er seine Firma zu einem angesehenen Unternehmen, der „Cillichemie Ernst Vogelmann“. Selbstverständlich war für ihn der „Blick über den Tellerrand hinaus“. Er baute erfolgreich geschäftliche Beziehungen zu Frankreich, Italien, Ungarn, Arabische Staaten und später auch zu Japan auf. Seine Produkte entwickelte er kontinuierlich weiter. Begonnen mit Reinigungsmitteln für den Haushalt spezialisierte er sein Unternehmen auf Schwimmbadtechnik und Wasseraufbereitungsanlagen.

über die Entwicklung seiner Firma verfasste Ernst Franz Vogelmann eine mehrbändige Chronik, die heute - wie seine Familienchronik- im Stadtarchiv Heilbronn aufbewahrt wird. Für wissenschaftliche Arbeiten bietet sie einen Fundus an Informationen über den Aufbau eines Unternehmens in den fünfziger Jahren.

Nach dem Verkauf seiner Firma 1984 aus gesundheitlichen Gründen, widmete sich Ernst Franz Vogelmann der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Weiterentwicklung seiner Heimatstadt Heilbronn, mit der er sehr verbunden war. „Bürgerpflicht“ nannte er seine Engagement. Als Verfechter des Subsidiaritätsprinzips gab er seine Fördermittel konkret an die Stellen, für die staatliche Organe keine verantwortlichen Pflichten übernahmen.

Seine Entscheidung zur Gründung einer Stiftung im Jahr 1996 basierte auf der im Grundgesetz beschriebenen Verpflichtung des Eigentums gegenüber der Allgemeinheit. Seine Förderungen sollten andere Bürger, aber auch die Stadt Heilbronn auffordern, Gleiches zu tun.

Bis zu seinem Tod 2003 engagierte sich Ernst Franz Vogelmann für die Gleichbehandlung der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Anliegen in Heilbronn. Dies spiegelt sich auch in den vielfältigen Zwecken seiner Stiftung wider. Seine langfristig wirkende Stiftung ermöglicht nachfolgenden Generationen die Erinnerung an den ehrenwerten Geschäftsmann, Förderer von Kunst, Wissenschaft und Lehre und den bekennenden Christen Ernst Franz Vogelmann.

Curriculum Vitae